es ist dezember 2001. die swissair fliegt nicht mehr. es ist früher freitag morgen. wie immer stehe ich viel zu spät auf. halb angezogen renne ich aus dem haus. bei den herschenden -15 grad nicht wirklich eine gute idee...

das ist der anfang einer reise nach berlin, die um so herzlicher aufhört, als dass sie kühl angefangen hat.

wie zu erwarten verpasse ich den bus, da ich kurz bevor ich ihn erreiche fröstelnd zusammenbreche. einer später wird es auch tun. zu spät am flughafen versuche ich elektronisch einzuchecken. geht nicht wie - zu erwarten war. hätte vielleicht doch kein swissair ticket kaufen sollen. beim manuellen check-in weisen sie mich darauf hin, dass ich zu spät bin... kein wunder, ihre maschine hatte ja gespuckt und das flugzeug ist sowieso zu spät. wir sind in zürich. und mit der vielgelobten schweizer pünktlichkeit haben sie es hier am flughafen nicht so. an die glaubt scheinbar nur noch dieser hochgejubelt schwule kanadische stardesigner, der mal unsere flugzeuge umpinseln wird. aber das kommt später.

im flugzeug die erste positive meldung. der kapitän lässt verkünden in berlin sei es wärmer. nur -13 grad. ich versuche mich im tiefgefrorenen crossair-jet zu freuen. leider sind die dafür nötigen muskeln noch nicht auf betriebswärme aufgetaut. aber jetzt schon ahne ich es: berlin ist eine reise wert


einige weltwoche artikel später überfliegen wir im tiefflug die ostdeutschen prachtbauten im plattenbau stil. beindruckend. als der pilot längere zeit auf den fernsehturm hinhält wird mir mumelig im magen. der 11. september ist nicht so lange her und die berliner haben ja keinen richtigen hochhäuser. nur diesen turm. wir verfehlen ihn dann doch und landen schon bald in berlin tegel. kleiner flughafen; passt zu unserem kleinen flugzeug. wie empfohlen kaufe ich mir eine 3 tageskarte für die berliner verkehrsbetriebe. das interessiert niemanden, aber hat immer ca. 40 mark gekostet. und das es die mark nicht mehr lange gibt habe ich das jetzt hier mal erwähnt.

im bus geht es ab zu einer u-bahn haltestelle. fahre an den alex. will mein gepäck abladen. die schliessfächer sind aber voll. sehe mich da um. treffe den fersenseh und zwei zeitungsverkäufer. die verkaufen zeitungen und meinen trotzdem sie seien arbeitslos. das ist eine tolle einstellung zum arbeiten. die zeitung die sie verkaufen heisst "die krüke" oder so ähnlich. habe ein bild von denen gemacht. eine zeitung habe ich nicht gekauft. bin ja nicht an spitalliteratur interessiert.

 

der fernsehturm. was denn sonst?

das sind die typen, die voll in ordnung waren, auch wenn sie was verkaufen wollten.

so sieht der turm dann in der nacht aus

fahre wegen den fehlenden schliessfächern zum potsdamerplatz.