HEUTE ABEND EREIGNETE SICH EIN FLUGZEUGABSTURZ. ZEHN MENSCHEN STARBEN.

die schweiz als unprofessioneller absturzort.

nicht nur, dass die lokalen medien in ihrem sesationsgeilheitshype (man beachte die vorangegangenen unwetter, bei welchen bei jedem fall von baumerschlagung ein rerporter an den ort des geschehens geschickt wurde um festzustellen, dass das wetter wohl das gleiche ist wie am letzten unfallort (nämlich stürmisch und windig (wieso ist denn nur der baum umgefallen?)) und dass der erschlagene wohl tot ist. das hätte man aber nicht selber gesehen, weil man zu spät sei) den dingen nachrennen, wie wenn sie vor der pest fliehen würden, nein, auch die nationalen medien machen mit. 10 vor 10, DAS nachrichten magazin des Schweizer Fernsehens fängt einfach 3 minuten später an, um dann nicht mehr zu sagen, als im titel dieser seite steht.

alle berichten davon, dass das flugzeug exakt 10 minuten nach dem start abgestürzt wäre. nicht nur, dass es garantiert nicht exakt 10 minuten gewesen waren, rein durch definitionsfragen begründet, aber vor allem dadurch, dass Niederhasli am ende der startpiste liegt. andererseits müsste man zugeben, dass wenn das flugzeug für die etwa 10 kilometer (gut gerechnet) wirklich 10 minuten gehabt hätte, mit einer durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 60 stundenkilometer geflogen wäre, oder pirouetten am nachthimmel gezogen hätte und ein absturz somit gar nicht verwunderlich gewesen wäre.

die medien stürzen sich auf alle daten, die sie zum frass vorgeworfen bekommen. es wird immer wieder nach der absturz ursache gefragt. eine radiostation kündigt sogar an, dass an der pressekonferenz zu den absturzursachen stellung genommen werden wird. bravo. wer so etwas verlangt hat in seiner (hoffentlich vorhandenen) journalistischen grundausbildung was verpasst, hat nicht alle sinne beisammen und war vor allem nicht am unfallort gewesen. das trümmerfeld mag gross sein. man sieht es aber nicht. wenn man das tal begutachtet fallen einem die scheinwerfer der feuerwehr auf. an einer stelle qualmt es aus dem boden. der pilot scheint seine maschine in den boden versenkt zu haben (scheint langsam in der schweiz zur tradition zu werden (man erinnere sich nur an den kampfjet, wo die besatzung ein bisschen zu früh ausgestiegen war). wüsste man es nicht, würde man keinen flugzeugabsturz an dieser stelle vermuten. vielleicht mit ein grund, wieso dieser absturz so banausenhaft angegangen wird. es gibt nichts zu sehen. man erzählt immer das gleiche, aber... immer wieder von neuem (siehe titel)

eine der dümmsten aussagen ist wohl: zum glück stürzte das flugzeug auf das offene feld und nicht in den nahen weiler... . A) ist die chance ein feld um einen weiler zu erwischen grösser als den weiler selber. B) ist A) eine statistische diskussion die man auf beide seiten auslegen könnte, was aber keine rolle spielt, da C) neben dem weiler ein benzinlager steht, welches um vieles grösser ist und sicher nicht schlecht gebrannt hätte (siehe: absolut schlampige recherchen). es ist durchaus möglich, dass der pilot das flugzeug genau dorthin gesetzt hatte, weil er aus irgendeinem grund keine hoffnung mehr sah zu landen. dies sind jedoch alles nur spekulation und die kann sich wohl jeder auch zu hause machen, oder?

auf der anderen seite stehen die stümperhaften informationsgeber. weil sie nichts zu sagen haben, entstehen situationen wie folgende: "wir kennen die namen der besatzungsmitglieder (welch ein wunder... beruhight einen doch schon sehr, oder?). sie verstehen hoffentlich, das wir aber zuerst die angehörigen informieren wollen. (so weit hatte ich auch verständnis, aber es ging leider noch weiter:) der pilot kommt aus jenem land und hatte soviel erfahrung, der copilot aus einem anderen und hatte ein bisschen weniger erfahrung und die stewardess war von dort und hatte am wenigesten flugstunden" an sich tönt das jetzt ja nicht schlimm, nur sagten sie nicht 'aus jenem land', sondern nannten genaue nationalität und flugstunden. ich weiss es zwar nicht, aber da die crossair wohl nicht DIE rieeeeesige fluggesellschaft ist, konnten sich wohl alle angehörigen aus diesen angaben selber was zusammenreimen. bravo. das nennt man sensibel. (die angaben der flugstunden der beiden piloten ist durchaus verständlich um ihre erfahrung zu unterstreichen; die angaben bei der stewardess wirkten ein bisschen verschupft (oder war die maschine vielleicht doch abgestürzt, weil die flight-attendant die mikrowelle falsch bedient hatte?)).

der trend zu so einem "informationskrieg" zeichnet sich in Zürich schon länger ab. immer mehr zeitungen schreiben über immer weniger, und vor allem nutzlose, nachrichten. das gipfelt (eigentlich täglich, heute einfach so als beispiel) in schlagzeilen wie: das elternzentrum führt anfängerkurse in sachen eltern und fortgeschrittene durch. HILFE! wo soll uns denn dieser informationsmüll noch hinbringen. schlussendlich muss man doch wieder selber an die unfallstelle und die rettungsarbeiten der einsatzkräfte behindern, weil man sich einfach nicht mehr auf die medien verlassen kann.

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