SIE
sie kam aus einer geteilten stadt, welche im letzten grossen krieg unter den siegern aufgeteilt worden war. auch wenn es bei den kriegen nur verlierer gibt, so waren es die beiden seiten, die am wenigsten verloren hatten, die sich das land aufteilten.
sie erzählte das mit einer solchen inbrunst, dass man hätte meinen können, dass unser aller zukunft davon abhänge. was sie wohl auch tat, aber wir uns nie gewagt haben zuzugeben.
der staat tyrannisierte seine bewohner. Und obwohl die leute nicht viel besassen, standen sie eines tages auf. Setzen das wenige, was ihnen noch geblieben war, darunter ihr leben, auf’s spiel und vereinigten sich gegen diktatur und tyrannei und schlussendlich siegte die vernunft.
die menschen dort hatten gelernt, hart zu arbeiten und mit wenig zufrieden zu sein. von dort war sie hierhin übergesiedelt und vieles machte ihr angst.
sie wusste nicht, wen sie hier treffen würde, ob ihr die schule gefallen würde, ob sie neue freunde finden würde...Und ob der vielen ‚obs‘ verlor sie fast ihren mut. und so kam sie zu uns.
ihr jetziger anblick verriet, dass sich wohl vieles besser entwickelt hatte, als sie es erwartet hatte. sie schwieg sich darob aus, was in diesem moment wohl alles sagt.
sie stand immer noch fröstelnd und strahlend auf diesem balkon in dieser sternklaren ballnacht.
sie hatte ihre beste freundin sitzen lassen, um ihm nachzugehen. ihrem ehemaligen brieffreund. sie wusste nicht, wie er hierher kam. Sie hatte ihn nicht jemals gesehen, sie konnte sich kaum noch an seinen namen erinnern, soviel neues war inzwischen geschehen.
sie hatte ihm einfach in die augen gesehen und wusste auf einmal, wie vom blitz getroffen, dass nur er es sein konnte und dass er sie jetzt wohl mehr brauchte als je zuvor. zugegeben, für das zweitere brachte es kein geschultes auge, so heruntergekommen wie er aussah, aber das erstere war erstaunlich.
chapters:
Nur eine weitere weihnachtsgeschichte
Sie
Die zwei
Er
Und dann?